Dr. Zöller - Service für Architekten
Troja II: Das Megaron

„Großes Haus“ heißt auf griechisch Megaron. In Bezug auf Troja sind damit Grundrisse gemeint, die in der Schicht Troja II häufiger vorkommen. Also im Zeitraum von 2.550 v. Chr. bis etwa 2250 v. Chr. Es sind recht einfache, rechteckige Ein-Raum-Gebäude mit einem  - vielleicht überdachten – Vorplatz. Gesamtlänge des größten großen Hauses etwa 35m. Gesamtbreite ungefähr 13m. Die Innenmaße, ohne Vorplatz, immerhin noch etwa 20 mal 10 Meter.


In manchen Büchern werden diese Gebäude gar zum Vorläufer der griechischen Tempel hochstilisiert. Dabei gab es mehr als tausend Jahre vor dem trojanischen Krieg wahrscheinlich noch gar keine Griechen und wenn, dann haben sie nicht in Troja gelebt. Warum diese Gebäude dann griechische Bezeichnungen erhalten haben, wäre ein eigenes Thema.


Die Konstruktion des größten dieser großen Häuser wurde von Dörpfeld so genau beschrieben, dass es sehr gut am Computer nachzubauen ist. Es muß im Innern dieser Gebäude sehr dunkel gewesen sein. Zum einen ließ die Konstruktion selbst keine Fenster zu, und sollten dennoch welche vorhanden gewesen sein, so kommt bei 1,5m dicken Mauern nur sehr wenig Licht ins Innere. Es sei denn, das Megaron hätte auch Mega-Fenster gehabt.
Wie kam ein Trojaner in dieses Megaron. Die Burg von Troja II umgab ein Mauerring mit etwa einhundert Meter Innendurchmesser. Wer hinein wollte, musste durch eine Toranlage, die selbst wiederum 10m breit und über 20 m tief war und zwei Meter dicke Mauern hatte.
Bildlich gesprochen ging er also von der hellen Mittelmeersonne über den schattigen Vorraum in den dunklen Innenraum der Toranlage. In einen Raum mit mehr als sieben Meter Innenlänge.  Um dann wieder – auf der anderen Seite -  ins helle Tageslicht zurück zu kehren.
Nun stand er also im Inneren der Burg, aber erneut vor einer Mauer. Denn die Burg selbst war wiederum durch eben diese Mauer zweigeteilt. Die war zwar nur etwa einen Meter dick, hatte aber ebenfalls eine Toranlage, die fünf Meter breit und sieben Meter tief war. Wenn sie überdacht war, dann kam der Besucher erneut von der hellen Sonne in einen dunklen Raum und wieder zurück zur hellen Sonne.
Dann endlich stand er vor dem Megaron mit einem schattigen Vorplatz und ging durch eine kleine Tür ins dunkle Innere. Bei zwanzig Meter Tiefe konnte er zunächst das hintere Ende des Raumes nicht erkennen.
Es müssen raffinierte Menschenkenner gewesen sein, die Erbauer dieser Anlage.

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