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Am schönsten sind die Komplimente, die eigentlich gar nicht so gemeint waren:
Für ein Reihenhausprojekt entwarfen wir den gesamten Verkaufsprospekt. Das erste Exemplar sollte noch ein allerletztes Mal nach möglichen Fehlern durchgesehen werden. Es gefiel den Damen und Herren offenbar, was wir daran erkennen konnten, dass sie nur einen Änderungswunsch hatten: Die Verkaufspreise wurden heraufgesetzt. (Um ein Vielfaches unseres Honorars.)
Eine der auflagenstärksten Tageszeitungen hat anlässlich der Premiere des Hollywoodschinkens "Troja" eine unserer Troja-Rekonstruktionen gleich auf voller Seitenbreite gedruckt. Wir erfuhren davon, weil uns Bekannte darauf ansprachen. Die Redaktion behauptet, das Bild und die Rechte von einer Agentur erworben zu haben. (Rechtsstreit wäre erfolgversprechend, aber teurer als das zu erwartende Honorar.)
Nachdem wir für die Troja-Ausstellung im Jahre 2001 den antiken Ort in allen Schichten rekonstruiert hatten, wurde Troja noch einmal virtuell gebaut. Dieses Mal mit Millionensubventionen vom Bund. Ausgeführt von einem Berliner Unternehmen, dem unser Projekt im übrigen wohlbekannt war. Dieses Unternehmen berichtete stolz auf seiner Internetseite von dem Vorhaben. Dazu bildete es ein virtuelles Modell von Troja VI ab. Unser virtuelles Modell. Auf unsere Vorhaltung hin behaupteten die Herrschaften doch tatsächlich, dass man - von gleichen Ausgrabungsbefunden ausgehend - auch zu gleichen Ergebnissen kommen müsste. In dieser Argumentation wurden sie auch noch vom Lehrstuhl des Tübinger Troja-Ausgräbers Korfmann unterstützt. Nachdem wir anhand von zwei Hausbeispielen erklärten, wie einfach man beweisen kann, dass es sich um unsre Daten handelt, wurden diese beiden Häuser ausgetauscht. Es wurden zwei andere Häuser aus unserem Modell nochmals kopiert!
Erneute Vorhaltungen und Klarstellungen, dass es noch hunderte von Merkmalen gebe, an denen wir unsere Urheberschaft klar nachweisen können, führte dazu, dass unsere Troja-Nachbildung nicht mehr von den Berlinern verwendet wurde.
So schlecht kann unsere Arbeit also gar nicht gewesen sein.
Das Ganze führte - wegen möglicher Verschwendung von Steuermitteln - zu einer kleinen Anfrage im Bundestag, die aber wie sonst auch so vieles letztendlich im Sande verlief.
Namen und Belege für diese Beispiele, sowie ähnliche, mehr oder weniger lustige Fälle auf Anfrage.
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